Nicht jede Branche zieht Bewerber sofort an. Doch jeder Betrieb kann zeigen, wofür er als Arbeitgeber steht.
Manche Berufe landen bei der Jobsuche gar nicht erst auf der Liste. Gemeint sind Branchen, die als „unsexy“ gelten: weniger glamourös, wenig sichtbar oder mit Vorurteilen verbunden. Aber hinter diesen Branchen stecken oft spannende Aufgaben und zukunftssichere Perspektiven. Viele Bewerber wissen nur nichts davon. Bevor Unternehmen sie überzeugen können, müssen sie deshalb häufig erst Neugier auf ihre Arbeitswelt wecken. Genau hier setzt Employer Branding an: Es macht einen Arbeitgeber erkennbar, der sonst leicht übersehen wird.
Warum „unsexy“ Branchen eine starke Arbeitgebermarke besonders brauchen
Ein veraltetes Bild vom Beruf muss nicht das Bild von deinem Unternehmen bestimmen.
Bei Logistik denken manche an Zeitdruck, bei Entsorgung an körperlich schwere Arbeit. Hinter industrieller Fertigung vermuten Außenstehende mitunter monotone Abläufe. Solche Bilder führen dazu, dass interessante Stellen von vornherein aussortiert werden.
Hier lohnt sich eine Unterscheidung: Das Branchenimage beschreibt, wie ein Wirtschaftszweig wahrgenommen wird. Das Berufsimage umfasst die Vorstellungen von einzelnen Tätigkeiten. Das Arbeitgeberimage steht für das Bild von deinem konkreten Unternehmen.
Diese Eindrücke beeinflussen einander, sind aber nicht dasselbe. Ein Betrieb kann das Ansehen einer Branche kaum im Alleingang verändern. Er kann aber zeigen, was seine Arbeitsplätze prägt: technische Aufgaben, Verantwortung, Zusammenarbeit oder Entwicklungsmöglichkeiten. So bekommt dein Unternehmen ein eigenes Profil.
Employer Branding baut dieses Profil über längere Zeit auf. Während Recruiting meist auf eine konkrete freie Stelle abzielt, schafft eine Arbeitgebermarke schon vorher Interesse und Wiedererkennung. Voraussetzung ist, dass sie zu den Erfahrungen der Mitarbeitenden passt.
Allerdings liegt nicht jedes Besetzungsproblem am Image. Manchmal fehlt es an Bekanntheit, manchmal gibt es falsche Berufsvorstellungen oder tatsächlich verbesserungsbedürftige Arbeitsbedingungen. Auch Bewerbungswege und Standort können eine Rolle spielen. Wer diese Ursachen auseinanderhält, setzt am richtigen Punkt an.
Gute Arbeitgeberargumente brauchen Belege
Tolles Team“ behaupten viele. Spannend wird es erst, wenn Bewerber verstehen, was dahintersteckt.
„Wir sind ein familiäres Unternehmen mit tollen Entwicklungsmöglichkeiten.“ Solche Sätze finden sich in zahlreichen Stellenanzeigen. Doch was bedeuten sie für jemanden, der dort arbeiten soll?
Vielleicht gibt es bei dir eine feste Ansprechperson während der Einarbeitung. Vielleicht stehen Schichtpläne frühzeitig fest. Oder Mitarbeitende können sich für anspruchsvollere Aufgaben qualifizieren. Das sind keine spektakulären Versprechen, aber greifbare Informationen.
Welche Vorteile zählen, hängt von den Menschen ab, die du erreichen möchtest. Für die einen sind planbare Arbeitszeiten entscheidend, für andere die technische Herausforderung oder ein verlässliches Team. Ein Arbeitgeberprofil entsteht aus Stärken, die für die Zielgruppe relevant und im Betrieb tatsächlich vorhanden sind.
Zur Glaubwürdigkeit gehören auch die weniger bequemen Seiten. Schichtarbeit oder körperliche Belastungen sind Teil eines ehrlichen Bildes vom Arbeitsplatz. Wichtig ist, wie dein Betrieb damit umgeht. Wer die Arbeitsrealität kennt, kann besser einschätzen, ob der Job zu ihm passt.
Ein glaubwürdiges Arbeitgeberversprechen hält auch dem ersten Arbeitstag stand.
Wie Employer Branding in der Praxis aussehen kann
Aus einer Positionierung werden Geschichten, die neugierig auf Menschen und Tätigkeiten machen.
Ein Logistikbetrieb könnte in einer kurzen Videoreportage zeigen, wie eine Tour vorbereitet wird. Statt nur einen Lkw auf der Straße zu filmen, zeigt der Beitrag, wie ein Fahrer unterwegs eigenständig Entscheidungen trifft, auf Änderungen reagiert und mit der Disposition zusammenarbeitet. So wird ein Arbeitsalltag verständlich, den Außenstehende oft nur aus der Ferne kennen.
Auch ein Porträt aus der Fertigung kann überraschen: Welche Maschinen bedient eine Fachkraft, welches Know-how braucht sie und wie entwickelt sie sich weiter? Im Mittelpunkt steht die Erfahrung eines Menschen statt einer austauschbaren Werbebotschaft.
Solche Geschichten funktionieren, wenn sie das Arbeitgeberprofil tragen. Ein Clip auf Social Media macht neugierig, die Karriereseite vertieft Aufgaben und Rahmenbedingungen, und eine Stellenanzeige greift dieselben glaubwürdigen Aussagen auf. Welche Formate sinnvoll sind, hängt von Zielgruppe und Betrieb ab.
Ein einzelnes Video oder ein Social-Media-Beitrag macht allerdings noch keine Arbeitgebermarke. Entscheidend ist, dass das Bild langfristig erkennbar bleibt und sich im Arbeitsalltag bestätigt.
Fazit: Dein Arbeitgeberimage muss nicht deinem Branchenimage entsprechen
Entscheidend ist eine Positionierung, die zeigt, was deine Arbeitsplätze ausmacht und für wen sie passen.
Mit AB3 Talents unterstützen wir dich dabei, dein Arbeitgeberprofil zu entwickeln und glaubwürdig zu kommunizieren. Lass uns gemeinsam herausfinden, womit du als Arbeitgeber überzeugen kannst.
